Debbie Harry...das Warten hat sich gelohnt!
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Necessary Evil (Audio CD) Von Zule - alle meine Rezensionen ansehen

Normalerweise ist ein "Blondie"-Fan daran gewöhnt, lang auf neue Alben zu warten. Sicher, nach der Trennung der Gruppe im Jahr 1982 war es 1998 mehr als eine Überraschung, als die wohl bekannteste Punk/Rock/Pop/New Wave Band der späten 70ger/frühen 80ger wieder zusammenkam, doch Debbie Harry und ihre Band schafften das, wovon viele Künstler, die den gewagten Versuch eines Comebacks starten, nur träumen können...zwei außergewöhnlich gute Studio-Alben, zwei absolut überzeugende Live-Alben, unzählige Touren und...die Aufnahme in die Rock & Roll Hall Of Fame im März 2006.

Bewundernswert hierbei bleibt, dass sich Debbie Harry, die seit ihrem Solo-Debüt mit dem Album "KooKoo" im Jahr 1981 immer wieder an ihrer Solokarriere arbeiterte, nebenbei erfolgreich schauspielerte und mit verschiedenen anderen Projekten, wie zum Beisspiel der Kollaboration mit den Jazz Passengern und Moby im Jahr 2006, mehr als ausgelastet war, nun wieder auf den Pfad der "Alleingängerin" begibt und nach ihrem letzten Soloalbum "Debravation" aus dem Jahr 1993 nun mit "Necessary Evil" ein Album vorlegt, das es in sich hat. So zieht sie alle Register und beweist, dass sie sich, wie eh und jeh, nicht hinter Künstlerinnen wie P!nk, Madonna, Gwen Stefanie, Rhianna etc. verstecken muss.

Die Künstlerin, die einst das Bild der selbstbewussten Frontfrau prägte und durch ihre außergewöhnlichen Looks und ihre enorme Musikalität zur Ikone wurde, beweist auf "Necessary Evil", dass sie es schlichtweg drauf hat. Sie bewegt sich durch die verschiedenen Genres, ohne dabei an Professionalität oder Können zu verlieren.

Die erste Single, "Two Times Blue", klingt wie eine Mischung aus Blondie's Comeback Hit "Maria" (toppte die Charts in mehr als 14 Ländern) und den Kompositionen von The Cure. Getragen von Debbies unvergleichlichem vokalistischem Können, schreit dieser Song geradezu nach Hit.

Mit den Songs "School For Scandal", "You're Too Hot" (diesen Song kann man wahrlich mit Worten kaum beschreiben) und "Whiteout" beweist sie, dass die Diva des Punks einfach weiß, wie man rockt. Und das nicht zu knapp. Einer Ikone der CBGB-Ära kann halt niemand auf diesem Gebiet etwas vor machen.

Der Ohrwurm-Knaller "Charm Alarm" vereint die Sängerin sodann mit Guy Furrow, besser bekannt aus "Miss Guy", der Frontfigur der New Yorker "Toilet Böys".

Sanftere Töne schlägt Debbie bei der hintverdächtigen Ballade "If I Had You" an, ebenso stellt sie die eingängige Frage "What Is Love"...ein Song, der unter die Haut geht. Selbst wenn in der Mitte des Songs ein Vorgeschmack auf den experimentellen Song "Jen Jen" geliefert wird, produziert von ihrem langjährigen Blondie-Partner Chris Stein, verliert der Song weder an Würde, noch an Ausdruckskraft. Letzterer beweist sein Können ebenso als Produzent des Songs "Naked Eye", der mehr die "Blondie"-Richtung einschlägt, aber sich aber dennoch in die Reihe solcher Debbie Harry Solo-Tracks wie "Maybe For Sure" und "Communion" einreihen kann.

Alles in allem gelingt es Debbie Harry, was sich viele Künstler nur wünschen können: Altbekanntes beizubehalten, dennoch frisch und neu zu klingen und dabei einfach eine Stilistik und Professionalität vorzuweisen, die ihres Gleichen suchen...und niemand wird jemals wieder den Ohrwurm "Heat Of The Moment" aus dem Kopf bekommen, wenn man erst einmal gehört hat, wie Debbie Harry genau diese vier Worte zu atmosphärischen Jungle-Pop-Rhythmen ins Mikrofon flüstert.

Die Zusammenarbeit mit dem New Yorker Produzentenduo "Supper Buddah" seit dem Jahr 2005 hat sich mehr als gelohnt.

Miss Harry...we salute you and are waiting for this necessary evil!
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 15. August 2007
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