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Grandios hoffnungslos
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Rezension bezieht sich auf: Der Fall (Gebundene Ausgabe) Ich habe "den Fall" von Camus bereits viermal gelesen und halte ihn für eines der größten Bücher, die je geschrieben wurden. Die Lebensbeichte des Clamens, der in Amsterdam den Beruf eines "Bußerichters" ausübt, ist psychologisch schlüssig und zeichnet sich durch eine Logik und Analyse der menschlichen Existenz aus, die einerseits genial, andererseits aber auch unheimlich kalt ist. Wenn es je ein Buch geschafft hat "Hoffungslosigkeit" und "das unausweichliche Auf-sich-Laden von Schuld" analytisch herzuleiten, dann dieses. Gleichzeitig ist es packend und regt an so maches zu überdenken. Die zentrale Frage im "Der Fall" (wenn auch nie explizit geäußert) ist die folgende: Tu ich nur dann Gutes, wenn ich dabei keine Genugtuung empfinde (da sonst Opportunismus und Egoismus) oder darf ich es auch gerne tun. Clamens schließt sich ersterem am, schafft es aber nicht sich von seiner Ego-orientiertheit zu lösen und gerät somit in eine negative (logische) Abwärtsspirale, die schlielich in die Hoffnungslosigkeit mündet. Was ihm schließlich bleibt ist seine Fähigkeit die anderen von ihrer "Mitschuld" zu überzeugen, um zumindest sein Gefühl der Hoffnungslosigkeit mit anderen "teilen" zu können. Was dem Buch allerdings fehlt (muß es auch, da es seine makellose Logik zerstören würde) ist der menschliche Humor.
Fazit: Grandios aber auch unendlich kalt.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 25. November 1999 |